Liebe Besucher unseres Literaturtreffs,

im Vorkurs haben wir über die verschiedensten Themen gesprochen und auch geschrieben. Es sind ungewöhnliche Texte entstanden, alles wahre Geschichten, die eine besondere Bühne erhalten sollen. Wir wünschen allen viel Freude beim Lesen.

Die Erzählungen wurden von der Deutschlehrerin des Vorkurses, Dr. phil. Annette Schönberg-Al Meklef, zusammengetragen.

Kennen Sie die Band „Goya Royal“? Die Musiker bezeichnen ihre Musik als urbanen Indie-folk – poetische Songs mit deutschen Texten. Wir haben das Lied „Ende Anfang“ gehört, d. h. „am Ende noch, am Anfang schon“. Es handelt von Gegensätzen. Was heißt: „Ich bin zu jung. Ich bin zu alt.“? Vielleicht bin ich alt genug, um im Ausland zu studieren, aber eigentlich ist alles zu schwer für mich. „Du bist zu weit weg oder viel zu nah.“ Vielleicht ist das ja die Mutter oder der Freund, die in der Heimat sind, aber an die ich ständig denken muss. „Ich bin zu wild. Ich bin domestiziert.“ –  Ich möchte zur Disco oder „abhängen“, aber ich muss immer nur lernen...

Ein Student hat ein neues Lied geschrieben:

Heimat

Rida Mejaout, 22 Jahre, Marokko

Schon ein Jahr bin ich so weit.

Schon ein Jahr bin ich so nah.

Vor einem Jahr war ich so reich,

vor einem Jahr fühlte ich mich warm,

vor einem Jahr hatte ich alles.

Seit einem Jahr hatte bin ich arm,

seit einem Jahr fühle ich mich kalt,

seit einem Jahr habe ich alles verloren.

Ist es das, wovon ich geträumt habe?

Ist es das, was ich so schön und süß gedacht habe?

Ist es das, ist es das?

Nein, nichts ist süß, alles ist sauer,

alles ist durcheinander, nichts ist in Ordnung.

Ich vermisse mich.

Ich vermisse meine Heimat.

Ich vermisse meine Sachen und meine Leute.

Soll ich noch fortsetzen?

Soll ich mein Ziel erreichen?

Oder weggehen? Wo es wärmer und schöner ist,

leben?

 

Wir haben auch über verschiedene Medien gesprochen – Film, PC, Handy, Buch… In einer kleinen Hörgeschichte unterhielten sich zwei Männer über ihr Lieblingsmedium. Für den einen war es das Handy. Er hatte eine SMS erhalten, die nicht für ihn bestimmt war. Er antwortete der Unbekannten – und heute sind sie schon vier Jahre verheiratet! Lesen Sie folgende wahre Geschichten zum Thema „Medien im persönlichen Leben“.

Zwillingsschwester

Nam, 24 Jahre, Vietnam

Ich habe einen Bruder. Es gibt eine lustige Geschichte über ihn. Als mein Bruder in der Oberschule war, lernte er eine schöne Freundin kennen. Die Freundin hatte eine Zwillingsschwester. Mein Bruder irrte sich immer in der Person und wusste nicht, wer seine Freundin war. Als er das erste Date mit seiner Freundin hatte, war sie krank. Ihre Zwillingsschwester traf meinen Bruder im Kino. Dann verliebte sich mein Bruder in die Zwillingsschwester. Heute ist er mit ihr verheiratet. Sie haben auch Zwillinge – zwei Zwillingsschwestern.

Das Kind, das nach mir genannt wurde

Isso, 25 Jahre, Marokko

Vor neun Jahren lernte ich ein Mädchen kennen, und zwar im Internet. Ich saß am Computer wie fast jeden Abend und benutzte „MSN Messenger“ zum Chatten. Eines Tages fand ich sie nicht mehr in meinen Kontakten und deshalb versuchte ich, mich an die E-Mail-Adresse zu erinnern. Erst einmal schrieb ich drei E-Mail-Adressen und nach einer Woche war eine E-Mail von der dritten online. Ich sagte: „Hallo, bist du das Mädchen, das ich hier kennengelernt habe?“ „Nein, ich bin`s nicht“, antwortete sie. Ich entschuldigte mich, aber wir schrieben weiter, weil sie sehr zufrieden war, mich kennengelernt zu haben. Dauernd dachte ich darüber nach, wie schön sie aussehen würde, weil ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen konnte, wenn ich mit ihr sprach. Ich hielt es nicht für möglich, mich in einem Chat zu verlieben und nichts mehr dagegen machen zu können.

Nach zwei Jahren sagte sie mir: „Isso, ich gebe zu, dass ich nicht mehr länger warten kann, dir zu sagen: Ich liebe dich.“ Ich hatte nichts dagegen und sagte auch, was ich fühlte. Wir waren sehr zufrieden zusammen, redeten jeden Tag, telefonierten, skypten und simsten. Wir benutzten alle Medien, damit wir zusammenblieben.

Eines Tages schlugen wir vor, uns zu treffen. Ich war ich sehr froh darüber, dieses Mädchen vor mir zu sehen. Ich zählte jeden Tag die Stunden, bis dieser Tag kommt.

Wir trafen uns und sie war sehr glücklich, schämte sich manchmal ein bisschen, weil es unser erster Tag war, an dem wir uns sahen. Ich hatte sie in ein Café eingeladen und sie setzte sich neben mich und bestellte etwas zu trinken, einen Apfelsaft. Unsere Blicke begegneten sich und sie schenkte mir ein Lächeln. Wir redeten über uns und verstanden uns.

Schließlich musste sie nach Hause gehen und sie war genau so traurig wie ich. Da nahm ich sie bei der Hand und wir gingen zur Haltestelle. „Isso, glaubst du, dass wir immer zusammenbleiben?“ „Ja, ich kann dich einfach nicht lassen und wir bleiben zusammen bis ans Ende der Welt“, antwortete ich.

Als sie nach Hause gegangen war, konnte ich es nicht ertragen, ohne sie zu bleiben, weil ich mich an sie erinnerte und auf den Tag wartete, an dem wir uns noch einmal treffen, aber ich dachte nicht, dass das unser letztes Mal war.

 Diese Beziehung hatte leider nicht das Glück, mehr als sechs Jahre zu dauern, weil das Mädchen einen anderen heiraten musste, und zwar unter dem Druck ihres Vaters.

Nach einem Jahr bekam sie ein Kind, das sie nach mir nannte. Als ich das hörte, erschrak ich und ich sagte ihr, dass ich ihr viel Glück im Leben wünsche.

„Aber vergiss nicht, dass ich dich liebe!“

Film, Predigt und Party

Issam Melliani, 20 Jahre, Marokko

Auf dieser Seite steht eine lustige Geschichte, die ich erlebt habe. Viel Spaß beim Lesen.

Ich heiße Issam, komme aus Marokko und mache einen Vorbereitungskurs am Privaten Studienkolleg Leipzig. Ich wohne in einem evangelischen Studentenwohnheim in Leipzig. Eines Tages beschlossen wir in unserem Deutschunterricht, zusammen einen Film anzuschauen, der „Almanya, willkommen in Deutschland“ heißt. Diesen Film hatte ich schon auf meinem Laptop, wir suchten aber einen schönen Ort außerhalb unserer Klasse, wo wir den Film sehen können, deshalb kam ich auf die Idee, den Film bei mir zu sehen, weil es in unserem Studentenwohnheim einen Filmraum gibt. Es war eine super Idee, die meiner Deutschlehrerin gut gefiel, und alle freuten sich darüber. Aber zuerst musste ich den Hausmeister unseres Studentenwohnheims danach fragen, ob wir den Film da sehen können. Unser Hausmeister wohnt ganz oben im Wohnheim. Er ist eigentlich der Pfarrer des evangelischen Hauses, das wusste ich nicht, weil ich noch neu im Wohnheim war.

Als ich ihn um Erlaubnis fragen wollte, bemerkte ich einen Zettel, der an seiner Tür hing und auf dem die Sprechzeiten standen. Die Sprechzeiten sind jeden Mittwoch von 20 bis 21 Uhr, deshalb musste ich bis 20 Uhr warten. Um 20:10 Uhr klopfte ich an die Tür. Der Hausmeister öffnete, ich wollte meine Frage stellen, er ließ mich aber nicht ausreden, weil er beschäftigt war. Er hatte eine Predigt zu halten und ich unterbrach ihn. Also auf dem Zettel standen nicht die Sprechzeiten, sondern die Predigtzeiten. Eine Predigt sind Worte über die Bibel, die der Pfarrer in der Kirche spricht. Ich hatte es also falsch gelesen. Es war mir wirklich peinlich, vor allem, als er mich fragte, ob ich an der Predigt teilnehmen möchte.

Ich sagte ihm, dass ich mich unbedingt nach etwas erkundigen muss. Er sagte, ich soll in meinem Zimmer warten, bis er mit der Rede fertig ist. Nach etwa drei Stunden klopfte er an meine Tür. Ich öffnete und stellte ihm meine Frage. Er antwortete, es ist ja überhaupt kein Problem, aber ich muss zuerst den Verantwortlichen fragen, der am nächsten Tag eine Party in dem Raum haben würde. Ich musste also zu der Party gehen!

Das machte ich natürlich. Meine Deutschlehrerin hatte mich von den Hausaufgaben befreit. Zum Glück war es nur eine kleine Party und ich fand den Verantwortlichen schnell. Ich redete mit ihm, aber leider war der Raum vergleichsweise klein und wir würden nicht hineinpassen. Wir hatten keine andere Möglichkeit und mussten den Film in unserer Klasse anschauen.

Unsere Deutschlehrerin brachte uns Popcorn mit und wir sahen den Film zusammen. Es war wirklich toll und besser, als wir erwartet hatten.

Meinungen zum Film „Almanya – Willkommen in Deutschland“, den wir im Unterricht gesehen haben.

Thuy Nga Pham, Vietnam: Hüseyins war Gastarbeiter in Deutschland. Seine Entscheidung, nach vielen Jahren wieder zurück in die Türkei zu gehen, fand ich besonders berührend. Er sagte seiner Familie, dass er ein Haus in der Türkei gekauft hat und möchte, dass alle Familienmitglieder mit ihm zusammen fahren. Aber es gab kein Haus. Vielleicht wusste er, dass er sterben würde. Er wollte sein Heimatland wieder besuchen, wo er und seine Frau viele Erinnerungen hatten. Mit seiner Familie wollte er seine letzte Lebenszeit genießen. Und er wollte auch in seinem Heimatland begraben werden.

Ngoc, Vietnam: Es ist ein schöner Film für mich. Ich bin Vietnamesin. Mein Vater ist 2007 nach Deutschland gegangen. Meine Mutter, mein Bruder und ich waren in Vietnam. Weil der Film genauso wie meine Situation ist, bin ich sehr berührt.

Ken, Taiwan: „Egal, wo Sie sind, die Wurzeln sind immer in Ihrer Heimatstadt.“ – Chinesisches Sprichwort- Bei der Beerdigung sah ich durch die Augen des Jungen die Familie und seine Kindheit. An der Beerdigung nahmen alle Leute teil. Familie ist immer Familie, egal, wie alt du bist, das ist besonders berührend für mich. Der Film hat mir gefallen.

Das Motorrad

Thuy Nga Pham, 20 Jahre, Vietnam

Ich erzähle über ein Mädchen, das Hoa heißt. Eines Tages bekam Hoa eine SMS von Long. Aber sie kannte keinen Long. Der Inhalt der SMS war: „Hallo, gehen wir heute Abend ins Kino? Ich werde um 7:00 Uhr in der Nguyen-Trai-Straße auf dich warten.“ Hoa schrieb eine Antwort und schickte sie ihm:  „Ich kenne dich nicht. Vielleicht hast du dich im Kontakt geirrt.“ Danach schickte Long Hoa weitere SMS, um sich bei Hoa zu entschuldigen und um mit Hoa Freundschaft zu schließen. Hoa akzeptierte und sie unterhielten sich öfter. Es war einfacher, schneller und interessanter, wenn Hoa nicht nur über SMS, sondern auch über Facebook, Viber immer Kontakt zu Long hatte. Über Facebook erfuhr Hoa, dass Long drei Jahre älter als sie war und in einer Computerfirma arbeitete. Und sie erhielt auch einige private Informationen. Sie fand ihn ziemlich hübsch, attraktiv und lustig.

Nach drei Monaten traf Hoa sich das erste Mal mit Long. Das war in einem Café und dann gingen sie essen. Am nächsten Tag verabredeten sie sich im Kino. Aber an diesem Tag war Longs Motorrad kaputt und Hoa und Long entschlossen sich, zusammen mit Hoas Motorrad zu fahren. Unterwegs wollten sie Getränke kaufen. Hoa betrat den Laden, um die Getränke zu kaufen. Und Long wartete auf dem Parkplatz. Aber als Hoa die Getränke gekauft hatte, war Long mit ihrem Motorrad weggefahren. Hoa rief Long sofort an, aber leider antwortete Long nicht. Hoa konnte auch keinen Kontakt mit Long aufnehmen. Long hatte gelogen und sie betrogen. Alle seine privaten Informationen waren falsch. Er hatte Hoa nur kennengelernt, um ihren Besitz zu stehlen. Diese unglaubliche Geschichte ist wirklich in Vietnam passiert.

Freundin und Schwester

Youssra Fouiguira, 21 Jahre, Marokko

Heute werde ich über meine Freundin Manal sprechen. Sie ist nicht nur meine Freundin, sondern auch wie meine Schwester.

Ich habe sie im Gymnasium kennengelernt, das ist sieben Jahre her.

Nach dem Abitur haben wir an der gleichen Uni studiert. Jetzt ist sie weit weg, sie ist in Marokko geblieben, aber trotz der Entfernung sind wir immer Freundinnen geblieben, reden quasi jeden Tag miteinander per WhatsApp oder Facebook. Wir verstehen uns immer gut. Sie ist mir ähnlich. Eigentlich ist es schwer für mich, eine Freundin zu finden, aber Manal war eine Ausnahme, mit ihr habe ich die richtige Freundschaft entdeckt.

Ich denke, wenn man die Augen offenhält und für andere Menschen offen ist, kann man immer die beste Freundin oder den besten Freund kennenlernen.

Was aus einem Sprachkurs wurde

Elroy Afrian Waskito, 20 Jahre, Indonesien

Als ich neun Jahre war, hatte ich einen Freund im Englisch-Sprachkurs. Er hieß Raka. Wir arbeiteten immer zusammen und er setzte sich immer neben mich. Nach den fünf Monaten im Sprachkurs zog er in eine andere Stadt. Wir weinten und ich sagte: „Du bist mein bester Freund und ich hoffe, dass wir uns noch einmal treffen können“. 2015 kam ich nach Deutschland, zuerst nach Heidelberg, dann nach Berlin. Ich hatte dort einen Freund aus Indonesien. Er hieß auch Raka. Er war mein Mitbewohner. Wir kannten uns gut, aber ich wusste nicht alles über ihn. Am letzten Tag in Berlin, bevor ich nach Leipzig zog, sagte er mir, dass er einen besten Freund hatte, als er im Englisch-Sprachkurs war. Und ich sagte dasselbe. Nachdem wir alles erklärt hatten, wussten wir nun, dass mein Mitbewohner mein bester Freund war, als ich neun Jahre war. Wir lachten laut und er umschlang mich. Und jetzt bin ich in Leipzig und er studiert in Bali in Indonesien. Das macht mich traurig, aber wir schreiben auf WhatsApp und skypen. Er ist immer mein bester Freund.

Die Welt ist so eng, oder wie man auf Deutsch sagt – ein kleines Dorf

Husam Waheeb Alariki, Jemen

Als ich in der Schule war, hatte ich eine Freundin. Wir waren immer zusammen und wir machten alles gemeinsam, lernten, aßen, waren gute Freunde und schrieben auch. Wir waren sehr eng befreundet und bis zur neunten Klasse zusammen, dann zog sie mit ihrer Familie in eine andere Stadt. Ich war sehr traurig, weil ich sie nicht mehr sehen konnte, aber sie sagte: „Wir bleiben in Kontakt, ich rufe dich an!“ Ich wartete, aber leider rief sie mich nicht an. Ich wusste nicht, was mit ihr passiert ist.

Nach fünf Jahren besuchte ich eine Sprachschule, um mein Englisch zu verbessern. Am ersten Tag rief die Lehrerin unsere Namen auf, aber ich bemerkte nicht, dass sie da war.  als die Lehrerin meinen Namen aufrief, bemerkte sie es und lachte. Ich fragte mich: „Warum lacht sie und worüber?“ Sie kam in der Pause zu mir und sagte: „Samo, wie geht`s?“ Ich dachte: „Woher weiß sie meinen Spitznamen?“ Ich fragte: „Wie bitte?“ Sie lachte und erzählte mir alles. Das war wirklich unglaublich. Wir haben natürlich unsere Nummern ausgetauscht. Wir stehen jetzt in Kontakt über WhatsApp, Facebook und Handy.

Ich weiß nicht, ob ich noch Gefühle für sie habe oder sie für mich. Aber mal gucken, was dann passiert. Das braucht nur Zeit.

Tagebuch einer Liebe - Liebe auf den ersten Blick

Wassim El Otmani, 19 Jahre, Marokko

Vor drei Jahren war ich in einem Park. Ich sah ein Mädchen, das allein war. In diesem Moment wollte ich mit ihr sprechen, aber das war nicht so einfach, weil sie sehr glücklich und hübsch aussah, und ich dachte, dass sie auf ihren Freund wartet. Nach einer halben Stunde war sie noch allein, da ging ich zu ihr. Zuerst wollte sie nicht mit mir sprechen, aber ich gab nicht auf, folgte ihr und versuchte, mit ihr zu sprechen. Nach einer Viertelstunde gab sie mir ein bisschen Zeit. Wir unterhielten uns ein wenig und ich erfuhr, dass sie ein Picknick gemacht hatte und auf niemanden gewartet hatte. Ich bat sie um ihre Nummer und war wirklich sehr zufrieden. Das war Liebe auf den ersten Blick.

Im Lauf der Zeit lernten wir uns sehr gut kennen und bauten eine Beziehung auf. Wir waren sehr glücklich und verbrachten eine schöne Zeit zusammen. Letztes Jahr waren wir zusammen im Sommerurlaub. Wir verbrachten 20 Tage in einer Wohnung neben dem Strand und erlebten viele Abenteuer. Sie brachte mir viele Dinge bei, was wirklich Liebe ist und wie man sich fühlen kann, wenn man eine so schöne Freundin hat wie meine.

Aber leider stritten wir uns vor fünf Monaten, weil sie erfuhr, dass ich nach Deutschland gehen möchte und sie wollte nicht allein bleiben. Sie dachte, wenn ich nach Deutschland fahre, suche ich eine neue Freundin. Sie war sehr eifersüchtig auf mich. Trotzdem dachte ich die ganze Zeit an sie, weil sie ein Teil von mir war, und ich konnte ihr Foto nicht aus meinem Gehirn löschen.

Bis jetzt sind wir in Kontakt, aber nur freundschaftlich. Wir haben keine Beziehung mehr.

Wo ist mein Tablet?

Winda Nafisa Meshawibowo, 19 Jahre, Indonesien

Ich habe keine Geschichte wie die von Jörg und Petra, die sich zufällig durch eine falsche SMS kennengelernt haben. Aber ich habe eine Geschichte über mein Tablet.

Als ich noch Schülerin war, machte ich meine Hausaufgaben fast immer an meinem Tablet. Eines Morgens ging ich wie gewöhnlich zur Schule. Dann, als ich meine Tasche öffnete, war mein Tablet nicht da. Ich war erschrak und hatte Angst. Ich rief meine Mutter an und fragte.“ Mama, ist mein Tablet in meinem Zimmer?“ Meine Mutter antwortete: „Nein, dein Tablet ist nicht hier.“ „Oh, mein Gott! Wo ist mein Tablet?“, dachte ich. Dann ging ich nach Hause zurück, weil ich nun selbst das Tablet suchen wollte. Nachdem ich zu Hause war, suchte ich mit meiner Mutter das Tablet. Nach einer Stunde hatten wir es noch nicht gefunden und ich fing an zu weinen. Plötzlich nahm meine Mutter meine Tasche und fand mein Tablet in meiner blauen Mappe. Da weinte ich lauter, weil ich meine Mutter verärgert hatte. Sie ärgerte sich über mich, weil ich vergesslich und hilflos war.